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    Foto: Dorothée Thébert Filliger
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    • Schauspiel
    • Tanz
    • Erzähltheater

    Giselle

    Francois Gremaud - 2b Company
    Schweizer Theatertreffen 2022
    Das Meisterwerk des romantischen Balletts, voller Liebe und Enthusiasmus erzählt, getanzt und verkörpert von Samantha van Wissen, ehemaliger Solistin von Anne Teresa de Keersmaeker.

    Französisch mit deutschen Übertiteln

     

    Zuerst wirkt es wie eine Lecture Performance: Eine Frau allein auf weisser Fläche, sie stellt sich vor und gibt charmant-wortgewandt einen Überblick über das, was sie vorhat: Sie will überdas Meisterwerk des romantischen Balletts schlechthin –, über «Giselle»– ,  sprechen. Aber da sind die vier Musikerinnen im Hintergrund: Harfe, Geige, Querflöte und ein Saxophon. Und dort glitzern die Strasssteinchen im Pullover der Darstellerin – kleine Versprechen von Glamour.

    Was dann passiert, ist erstaunlich: Man schaut auf die weisse, leer bleibende Fläche und sieht dennoch das ganze romantische Ballett sich entfalten: Skizziert, angetanzt und anmusiziert folgt eine Szene auf die andere. Die Fantasie der Zuschauenden, getriggert von einer grossartigen Performerin und kleinen Fetzen romantischer Musik, vervollständigt den Entwurf zum Bild. Das ist ein sehr kollektives Ereignis, eine Liebeserklärung ans Theater und es ist, nach dieser langen Zeit, die wir mehr auf Sofas als in Zuschauerräumen sassen, unglaublich befreiend.

    Dieser Abend unter der Regie von François Gremaud lebt mit und durch Samantha van Wissen: Als Tänzerin der Compagnie Rosas von Anne Teresa De Keersmaeker ist sie keine gewöhnliche Erzählerin. Sie besticht mit ungewöhnlich komödiantischem Talent, ihr Humor ist fein und durchgehend herzlich, nie despektierlich. Der Lausanner Regisseur hat ihr seine «Giselle…» wahrhaft auf den Leib geschrieben. In seiner Version des Klassikers gelingt ihm ein ironischer Blick auf die Welt des Balletts bei völliger Hingabe an die Eleganz des Originals. Dass das beides und oft gleichzeitig geht, ist der wirklich verblüffende Clou dieses Abends. Man lacht über vieles, was heute an einem romantischen Ballett gelinde gesagt nicht mehr ganz zeitgemäss ist: über die bürgerliche Konvention des Klatschens, über den doch ziemlich machohaften Griff des Protagonisten nach der Protagonistin, über die extrem engen Hosen der Tänzer und die winzigen Flügelchen auf dem Rücken der Tänzerinnen. Und doch wünscht man sich wie ein Kind, dass die Musik nicht aufhört, Giselle nicht stirbt und ihre Liebe nie enttäuscht wird.

    «Giselle…» ist der zweite Teil einer Werktrilogie von François Gremaud in Zusammenarbeit mit dem Théâtre Vidy-Lausanne. Diese widmet er drei grossen, tragischen Frauenfiguren, mit jeweils nur einem Darsteller odereiner Darstellerin auf der Bühne. In «Phèdre!» (2017), das 2019 am Schweizer Theatertreffen gezeigt wurde, beschäftigte er sich mit dem klassischsten aller französischen Stücke und besetzte es mit dem Schauspieler Romain Daroles. Dieser hat die Rolle in mittlerweile über 300 Vorstellungen in Frankreich und der Schweiz gespielt. Nach «Giselle…» ist mit «Carmen» nun auch der dritte Teil in Vorbereitung: auf Sprechtheater und Ballett folgt Oper. Gemeinsam mit der Sängerin Rosemary Standley wird der Regisseur «Carmen» von Georges Bizet interpretieren. Für sein Schaffen hat François Gremaud den  Schweizer Theaterpreis 2019 erhalten.

    Konzept und Regie 
    François Gremaud

    Mit
    Samantha van Wissen

    Musik
    Luca Antignani, d’après Adolphe Adam

    Musiker*innen
    Violine: Léa Al-Saghir, Anastasia Lindeberg
    Harfe: Tjasha Gabner, Valerio Lisci
    Flöte: Héléna Macherel, Sara Antikainen
    Saxophon: Sara Zazo Romero, Bera Romarone

    Text
    François Gremaud
    d’après Téophile Gautier et Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges

    Choreographie
    Samantha van Wissen
    d’après Jean Coralli et Julies Perrot

    Addendum

    • In Koproduktion mit
      Théâtre de Vidy-Lausanne (CH), Théâtre Saint-Gervais Genève (CH), Bonlieu Scène Nationale Annecy (FR), Malraux Scène Nationale Chambéry Savoie (FR), dans le cadre du projet PEPS – Plateforme Européenne de Production Scénique, Théâtre de la Ville – Paris/Festival d’Automne à Paris

    Preis: CHF 30, 15 | erm. 10 | Festivalpässe ab CHF 120 I erhältlich beim Vorverkauf
    Dauer: 1 h 50 min

      Addendum

      • In Koproduktion mit
        Théâtre de Vidy-Lausanne (CH), Théâtre Saint-Gervais Genève (CH), Bonlieu Scène Nationale Annecy (FR), Malraux Scène Nationale Chambéry Savoie (FR), dans le cadre du projet PEPS – Plateforme Européenne de Production Scénique, Théâtre de la Ville – Paris/Festival d’Automne à Paris

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