• Schauspiel

Der Besuch der alten Dame

Friedrich Dürrenmatt
Schauspielhaus Zürich
Dürrenmatts Klassiker deckt die Mechanismen und Machtverhältnisse einer Gesellschaft zwischen Schuld und Verantwortung, Gemeinwohl und Moral schonungslos auf.

In Friedrich Dürrenmatts wohl bekanntestem und meist aufgeführtem Drama nimmt eine Frau Rache. Die verwitwete Milliardärin Claire Zachanassian kehrt in ihr Heimatdorf Güllen zurück, wo sie einst als mittelloses Klärchen Wäscher aufwuchs. Mächtig ist sie in der Zwischenzeit geworden, die Leichen zahlreicher steinreicher Ehemänner pflastern ihren Weg. Und jetzt fordert Claire, dass die Schulden beglichen werden: eine Milliarde für den Kopf Alfred Ills, der sie in ihrer Jugend geschwängert, danach mit Tricks die Vaterschaft verleugnet und sie so ins Elend gestossen hat.

Und sie wird ihren Willen bekommen – am Ende ist Ill tot. Und doch ist es ein zweifelhaftes Empowerment, das der Mann Dürrenmatt einer Frau widerfahren lässt. Die tendenziös überzeichnete, exzentrische Milliardärin auf der Bühne vor uns ist kaum eine Sympathieträgerin – das Mitgefühl gilt dem Mann, Alfred. 65 Jahre nach der Uraufführung des Stücks und gute vier Jahre nach Beginn der #MeToo-Bewegung schaut sich Nicolas Stemann das Stück noch einmal an.

Gleichzeitig stellt das Stück die komplexe Frage, wie in eine Gesellschaft in einer Krisensituation entscheidet, wenn das Gemeinwohl gegen ethisch-moralische Überlegungen abzuwägen ist. Wir alle wissen um die «Opfer», die unser Lebenswandel produziert – sei es der ökologische Fussabdruck, unfaire Produktionsbedingungen oder Chancengleichheit, die wir nicht gewähren (können/wollen), ein Gesellschaftssystem, das Klassismus, Rassismus und Benachteiligungen von Frauen noch immer nicht hinter sich hat lassen können.

Nicolas Stemann, Intendant des Schauspielhauses Zürich, ist einer der exponiertesten und profiliertesten Könner darin, Texte der klassischen Dramenliteratur für uns heute aufregend anders lesbar zu machen und ihnen zugleich nicht ihre Autonomie zu nehmen. Seine «Räuber» und sein «Faust 1 und 2» sorgten für Furore – jetzt wendet er sich erstmals Dürrenmatt zu.

Inszenierung
Nicolas Stemann

Bühne & Video
Claudia Lehmann

Kostümbild
Marysol del Castillo

Musik
Camilla Sparksss

Licht
Michel Güntert

Dramaturgie
Benjamin von Blomberg
Laura Paetau

Mit
Sebastian Rudolph
Patrycia Ziolkowska

«Dingdong! Wir stürzen uns drauf, greifen gierig nach den Sätzen - die, so kommts uns vor, nie besser gesprochen, sorgfältiger gewogen wurden. Die nie trefflicher zu Treffern umfunktioniert wurden in einer Gegenwart, die andere Sollbruchstellen hat als jene von 1956.»
Tages-Anzeiger

Pressestimmen

«Regisseur Nicolas Stemann lässt Dürrenmatts Paradestück im Pfauen singen und sprechen. Hingehen!» 
Tages-Anzeiger

«Die alte Dame ist wieder zu Besuch im Zürcher Schauspielhaus. Sie wirkt noch ziemlich frisch.» 
NZZ

«Der nonchalante Reduktionismus der Regie hat seinen Preis. Aber, das sei gleich verraten, er zahlt sich aus.»
NZZ

Addendum

  • Patrycia Ziolkowska
    studierte Schauspiel in Bochum. Es folgten Engagements ans Schauspiel Hannover, Bonn, Köln, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, die Volksbühne und Schaubühne in Berlin, Salzburger Festspiele, 2009-2016 als festes Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg und 2017-2020 am Schauspiel Frankfurt. 

  • Sebastian Rudolph
    1968 in Berlin geboren, arbeitete nach seinem abgebrochenen Schauspielstudium zuerst mit seiner Theatergruppe in der freien Szene und dann an allen grossen Theatern im deutschsprachigen Raum. Er war festes Ensemblemitglied am Schiller Theater Berlin, unter der Intendanz von Christoph Marthaler schon einmal am Schauspielhaus Zürich engagiert und zuletzt am Thalia Theater in Hamburg.

Preis: CHF 45, 40 | erm. 10 | Schulen CHF 10
Donnerstag, 10.03.22
20.00 Uhr, SAL, Schaan

Info: Einführung um 19.20 Uhr
Freitag, 11.03.22
20.00 Uhr, SAL, Schaan

Info: Einführung um 19.20 Uhr

    Mit freundlicher Unterstützung durch Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger

    «Dingdong! Wir stürzen uns drauf, greifen gierig nach den Sätzen - die, so kommts uns vor, nie besser gesprochen, sorgfältiger gewogen wurden. Die nie trefflicher zu Treffern umfunktioniert wurden in einer Gegenwart, die andere Sollbruchstellen hat als jene von 1956.»
    Tages-Anzeiger

    Pressestimmen

    «Regisseur Nicolas Stemann lässt Dürrenmatts Paradestück im Pfauen singen und sprechen. Hingehen!» 
    Tages-Anzeiger

    «Die alte Dame ist wieder zu Besuch im Zürcher Schauspielhaus. Sie wirkt noch ziemlich frisch.» 
    NZZ

    «Der nonchalante Reduktionismus der Regie hat seinen Preis. Aber, das sei gleich verraten, er zahlt sich aus.»
    NZZ

    Addendum

    • Patrycia Ziolkowska
      studierte Schauspiel in Bochum. Es folgten Engagements ans Schauspiel Hannover, Bonn, Köln, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, die Volksbühne und Schaubühne in Berlin, Salzburger Festspiele, 2009-2016 als festes Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg und 2017-2020 am Schauspiel Frankfurt. 

    • Sebastian Rudolph
      1968 in Berlin geboren, arbeitete nach seinem abgebrochenen Schauspielstudium zuerst mit seiner Theatergruppe in der freien Szene und dann an allen grossen Theatern im deutschsprachigen Raum. Er war festes Ensemblemitglied am Schiller Theater Berlin, unter der Intendanz von Christoph Marthaler schon einmal am Schauspielhaus Zürich engagiert und zuletzt am Thalia Theater in Hamburg.

      Mit freundlicher Unterstützung durch Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger

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