Schauspiel


Vorstellung abgesagt

Der Traum eines lächerlichen Menschen

Fjodor Dostojewski


Eine Vision vom Glück und Verderben der Menschheit: Dostojewskijs späte phantastische Erzählung verdichtet die Philosophie seiner grossen Romane. Schlicht und ergreifend.

«Ich bin ein lächerlicher Mensch.» Mit diesen Worten stellt sich der Erzähler dieses Theaterabends vor. Er berichtet, wie er am Zustand der Welt verzweifelnd sich das Leben nehmen wollte. Was er auch tat. Allerdings nur im Traum, der sich einstellte, nachdem er vom Schlaf übermannt worden war, und der ihm eine Reise durchs All und die Vision einer glücklichen Welt bescherte, in der es keine Sünde gibt. Jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, da er als zeitgenössischer Fortschrittler und Stadtmensch die unschuldige Menschheit verdirbt. Sein Traum durchfliegt Jahrtausende und bebildert den Sündenfall der Menschheit, den er ausgelöst hat. Erwachend erkennt er die uralte Wahrheit: «Liebe die anderen wie dich selbst.» Und vehement sagt er jener Überzeugung den Kampf an, welche die Menschheit in die Irre geführt hat, nämlich, dass die Erkenntnis des Lebens über dem Leben stehe, die Kenntnis der Gesetze des Glückes höher stehe als das Glück selbst.  

Der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881) hat in diese schlichte und ergreifende späte phantastische Erzählung aus dem Jahr 1877 seine ausgereifteste Philosophie einfliessen lassen. Es gelingt ihm, darin seine ganze Weltanschauung der Güte und des Mitleides zu verdichten, die seine grossen Romane prägt, und vermag sie so, ganz unmittelbar vor Aug und Ohr zu führen. Die Rolle des lächerlichen Menschen spielt Matthias Peter, Schauspieler und Leiter der Kellerbühne St.Gallen.


«Jetzt nennen sie mich einen Verrückten!»
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Wilde Odyssee nach dem Tod
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Konzept und Spiel: Matthias Peter
Regie: Daniel Pfister
Eine Produktion der Kellerbühne St.Gallen

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