Talks / Literatur, Literatur


Lesung Christoph Nix: "Mzungu"

Ein politischer Afrika-Roman

 

Buchvorstellung:  
Muzungu - oder der erste Schnitt
Tatort Kampala  

Frühjahr 2018, Transit Verlag Berlin 


An einem frühen Sonntagmorgen soll Oanda Malungo mit seinem Kollegen Momba Ouwene in das Diplomatenviertel fahren und den Tatort sichern. Das ist neu für die beiden Soldaten, denn sie sind weder Polizisten noch jemals im Stadtviertel der weißen Diplomaten gewesen. Ist es Zufall, dass gerade ihnen dieser Auftrag erteilt wurde oder verfolgt ihr Kommandeur noch ein anderes Ziel?  

Die schwedische Ärztin Liv Utstedt wurde ermordet. Ihr Nachtwächter vom Stamme der Karamajong ist verschwunden. Alles scheint der Wahrheitsfindung im Wege zu stehen: Mitarbeiter des Goethe-Institutes, das amerikanische Sicherheitspersonal, der Deutsche Botschafter und nicht zuletzt die Familie des Staatspräsidenten Yakob Aseveni.   Auf der Matrix eines Kriminalromans entwickelt der Autor das Bild ugandischer Gesellschaft, zeichnet die Abgründe von Entwicklungspolitik und schildert, warum die Staaten Ost-Afrikas immer neue Diktatoren gebären. So gelangen wir immer wieder nach Schweden, damit nach Europa, wo wir erkennen, dass die Apartheidpolitik Südafrikas noch lange nicht zu Ende ist.  

Der Roman erzählt vom Aufstieg des Präsidenten Yakob Asveni und seiner Familie, der Weg vom demokratischen Politiker zum Diktator. Zugleich schildert er, wie ein junger Soldat zu einem selbständig denkenden Menschen wird. Oanda wird zum Subjekt, das sich nach aufgeklärter Gesellschaft sehnt, aber mittendrin steckt in Korruption, dem Elend der Kindersoldaten im Norden Ugandas, dem internationalen Goldhandel und den Bodenschätzen des Afrikanischen Kontinents. Die Geschichte ist spannend erzählt und politische Aufklärung geschieht sozusagen nebenbei.  

Zwischen dem Mord an Olof Palme in Stockholm und an Liv Utstedt in Kampala besteht ein alter und dunkler Zusammenhang. Zwischen dem schwedischem Establishment und dem Geheimdienst Südafrikas bestehen enge Beziehungen. Davon erzählt ein anderer Protagonist dieses Romans, der etwas zu Ende bringt, was zu Ende gebracht werden muss. Es ist eine Anmaßung, wenn ein Europäer über die afrikanische Seele spricht. Darin liegt das eigentliche Risiko dieses Buches.    


Christoph Nix  (1954)  Prof. Dr. jur. Dr. phil. ist Hochschullehrer, Theaterintendant und Rechtsanwalt. Er hat über 200 wissenschaftliche Veröffentlichungen aufzuweisen. Dies ist sein zweiter Roman.

Termine



CHF 15, erm. 10