Schauspiel


Nora oder Ein Puppenheim

Henrik Ibsen

Residenztheater München

Foto: Andreas Pohlmann

Nora hat ein Geheimnis, auf das sie sehr stolz ist. So stolz, dass sie gerne davon erzählt. Nur ihr Mann darf nichts davon erfahren. Vor Jahren hat sie ihm mit einer grossen Summe Geld das Leben gerettet, die sie bei dem windigen Bankangestellten Krogstad geliehen hat. Da ihr Mann Torvald Helmer jetzt im Begriff ist, Bankdirektor zu werden, sollte es leicht fallen, die ausstehende Summe zu begleichen. Aber Krogstad fürchtet unter dem neuen Direktor um seinen Posten und nutzt sein Wissen um Noras Vergehen für eine Erpressung – sie soll dafür sorgen, dass er seine Stellung behält. Doch hat er vor Jahren einmal eine Unterschrift gefälscht und Torvald Helmer ist ein Mann von Prinzipien. Man könnte sagen, er hat nichts anderes. Nora hingegen hat keine strikten Prinzipien. Sie kann nicht nach Regeln leben, die jemand anderes aufgestellt hat als sie selbst.

Wenn Regisseurin Mateja Koležnik Wert auf die Feststellung legt, dass sie Ibsens Schauspiel nicht als Stück über weibliche Emanzipation betrachtet, mag das zunächst verwundern. Schliesslich gilt «Nora» als Paradebeispiel für eine frühe dramatische Befassung mit der «Frauenfrage». Und selbstverständlich findet sich die Gattin und Mutter Nora Helmer in die Regeln einer männlich dominierten Gesellschaft eingespannt und spürt den Druck empfindlich. Aber ihr Freiheitsdrang, ihre Lebenslust und ihr Unbehagen an der Kultur von Regeln und Geboten sind universell. Und so stark und ungebändigt, dass am Ende kein Kompromiss möglich ist.
Regie: Mateja Koležnik
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Kostüme: Axel Aust
Bühnenmusik: Mitja Vrhovnik-Smrekar
Choreografie: Magdalena Reiter

 Mit: René Dumont, Gunther Eckes, Till Firit, Genija Rykova, Hanna Scheibe
Fotos: Andreas Pohlmann
Genija Rykova

Genija Rykova ist seit 2012 festes Ensemble­mitglied am Residenztheater München und erhielt den Bayerischen Kunstförderpreis für Darstellende Kunst. Als Filmschauspielerin wirkte sie in zahlreichen Tatorten sowie Film- und Kinoproduktionen mit. Seit 2015 ist sie Frontfrau der russischen Jazzband «Die Klischewetzkis».

Termine


Einführung um 19:20 Uhr

Einführung um 19:20 Uhr

CHF 45, 40, erm. 10

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Dauer: 2h, keine Pause