Literatur


Franzobel

Lesung

 

Moderation: Roman Banzer

Sprachwitz, Poesie und Skurrilität

Franzobel ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller und zeichnet sich durch seinen skurrilen, trockenen Humor aus. Er schreibt Satiren über sein Heimatland, provoziert mit Theaterstücken und erfindet schräge Kommissare auf Verbrecherjagd. In den vergangenen drei Jahren bearbeitete Franzobel zum ersten Mal einen geschichtlichen Stoff und erntete für seinen jüngsten Roman «Das Floss der Medusa» (2017) grosses Lob.

Was bedeutet Moral, was Zivilisation?
Wenn es um nichts anderes geht als ums blosse Überleben? Und wie hoch ist dessen Preis? 18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floss. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt.  

Franzobel, Jahrgang 1967, studierte Germanistik und Geschichte und gewann 1995 den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Arthur-Schnitzler-Preis (2002) und den Nicolas Born-Preis (2017). Zuletzt erschienen die Krimis «Wiener Wunder» (2014) und «Groschens Grab» (2015) sowie der Roman «Das Floss der Medusa», für den Franzobel auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand und den Bayerischen Buchpreis erhielt.

Termine


Abendkasse (kein Vorverkauf)
Veranstaltungsort:
Auditorium der Universität Liechtenstein

CHF 15, erm. 10