Schauspiel


Die Hauptstadt

Robert Menasse

Theater Konstanz

Foto: Rafaela Proell

Durch die Strassen von Brüssel, Hauptsitz der Europäischen Union und Sitz der NATO, läuft ein Schwein. Während die Medien damit beschäftigt sind, die Story auszuschlachten, steht Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, vor der Herausforderung, das angeschlagene Image der Kommission aufzupolieren. Ein neues Narrativ muss her! Ihr Kollege Martin Susman hat auf einer Geschäftsreise nach Polen die zündende Idee: Die Überwindung des Nationalgefühls. Doch bald schon bemerken Xenopoulou und Susman, dass sie die nationalen Interessen in der Europäischen Union unterschätzt haben. Gegen Hürden in seiner eigenen Abteilung kämpft auch Kommissar Brunfaut an. Aus politischen Gründen soll er einen Mordfall auf sich beruhen lassen. Alle Akten und Beweise sind auf unerklärliche Weise auf einmal verschwunden. Und was macht Brüssel — es fahndet nach einem Schwein!

Brüssel ist die vielverspottete Hauptstadt Europas, zugleich Utopie und Ort einsamer Seelen. Robert Menasse hat ihr und den dort Lebenden, den Experten, Expats, Kommissaren, Mördern, unzerstörbaren Karrieristen und privaten Existenzen einen Roman gewidmet. Er ist zugleich Tragikomödie, Farce, Erkundung einer Seelenlandschaft, ein schillerndes Panorama der europäischen Eliten. In seinem grossen europäischen Roman spannt der in Wien lebende österreichische Schriftsteller Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und grossen Gefühlen.

Menasse macht nicht allein europäische Bürokratie literaturfähig, er schafft es auch, die EU als lebendigen Organismus von Menschen für Menschen darzustellen. Aber anders als in seinen politischen Essays ist sein Roman keine simple Verteidigung der europäischen Idee, sondern eine existenzielle Auseinandersetzung. Heftig angeregt wird das Nachdenken über ein mögliches nachnationales Europa.
Regie: Mark Zurmühle
«Eine grandiose Liebeserklärung an Europa und gleichzeitig eine blendend recherchierte Innenansicht über die Arbeit der Europäischen Kommission.»
Denis Scheck über Menasses Roman, Der Tagesspiegel
Zum Autor

Robert Menasse ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Österreichs und sicherlich einer mit den meisten Auszeichnungen: Er hat unter anderem den Heinrich-Mann-Preis, den Max-Frisch-Preis und den französischen Ordre des Arts et des Lettres (Orden der Künste und der Literatur) erhalten. Der Roman «Die Hauptstadt» wurde im Jahr 2017 mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

Termine


Einführung um 19:30 Uhr

Einführung um 19:30 Uhr

CHF 45, 40, erm. 10

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