Schauspiel


Böhm

Von und mit Nikolaus Habjan

Schauspiel Graz

Foto: Lupi Spuma

Dirigenten sind faszinierende Menschen: Musikalisch von höchster Sensibilität gebieten sie als gottähnliche Alleinherrscher über riesige Klangkörper. Dirigenten müssen sowohl Empfindsamkeit als auch Führungsstärke mitbringen; sie sind bisweilen tyrannische, selbstherrliche Despoten, deren Seelenregungen oder Fingerzeige eine Hundertschaft in Bewegung zu setzen vermögen.

Karl Böhm (1894 –1981) war einer der grössten Dirigenten des 20. Jahrhunderts, doch seine fast 87 Lebensjahre waren von einem tiefen Zwiespalt geprägt: Einerseits war Böhm ein grosser Künstler, andererseits war er ein Mensch, der sich mit dem Nationalsozialismus gemein machte, um seine Karriere voranzutreiben.

Böhms Laufbahn begann 1917 in Graz und führte ihn bald nach München, Darmstadt und Hamburg. Auf Fürsprache Hitlers wurde Böhm 1934 an die Semperoper in Dresden berufen, um Nachfolger des Dirigenten Fritz Busch zu werden, den das NS-Regime zum Rücktritt und zur Emigration genötigt hatte.
1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde Böhm Direktor der Wiener Staatsoper. 1945 entfernten ihn die alliierten Besatzungsbehörden wegen zu grosser Nähe zum Nazi-Regime aus dem Amt des Direktors der Wiener Staatsoper und belegten ihn mit einem Auftrittsverbot. Nach Ende der Besatzungszeit bis 1956 wurde er dann ein zweites Mal mit diesem Amt betraut.

Der grossartige Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan beschäftigt sich in diesem umjubelten Soloabend mit der Figur Karl Böhms in seinen letzten Lebensjahren. In einer Seniorenresidenz, umgeben von Pflegern, ziehen seine Erinnerungen ihn zurück in Episoden seiner Lebensgeschichte. Eine dichte packende Reflexion über die Figur des Genies Karl Böhm und ein Portrait über das Altern, das Erinnern und das Vergessen eines alten Menschen.

«Böhm» von Paulus Hochgatterer, in der Regie von Nikolaus Habjan, war nominiert für den Nestroy-Theaterpreis 2018.
Regie: Nikolaus Habjan
Regiemitarbeit: Martina Gredler
Bühne: Julius Theodor Semmelmann
Kostüme: Cedric Mpaka
Licht: Thomas Trummer
Dramaturgie: Elisabeth Geyer

 Mit: Nikolaus Habjan
«Ein Hochleistungsakt: Puppenspieler Nikolaus Habjan widmet sich im Alleingang in 15 Rollen Karl Böhm.» 
Kleine Zeitung

«Ein Theatererlebnis, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.» 
Kronen Zeitung

Termine


Einführung um 19:30 Uhr.

Einführung um 17:20 Uhr

CHF 45, 40, erm. 10

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Dauer: 1h 45min, keine Pause