Schauspiel


Heilig Abend

Daniel Kehlmann

TAK Theater Liechtenstein


24. Dezember. Es ist halb elf. Eine Frau wird verhört. Sie weiss angeblich nicht, warum. Man hat sie auf dem Weg zu ihren Eltern aus einem Taxi geholt und zur Polizeistation gebracht. Der Mann weiss offensichtlich alles über sie. Über ihr Privatleben, wen sie wann und wo getroffen hat und welche Texte sie auf ihrem Laptop tippte. Er behauptet auch zu wissen, dass sie für Mitternacht einen terroristischen Anschlag geplant hat. 90 Minuten bleiben ihm, um diesen Anschlag mit allen Mitteln zu verhindern. Doch sie bleibt felsenfest bei ihrer Aussage, mit der Sache nichts zu tun zu haben. Die Indizien sprechen sowohl dafür als auch dagegen, schliesslich ist sie eine Philosophieprofessorin, die in ihren Seminaren mitunter intellektuell fundiert Widerstand gegen die Gesellschaft einfordert. Und nun beginnt die Frau, ihr Gegenüber mit gezielten Fragen aus dem Konzept zu bringen. Die Zeit schreitet voran. Es ist Viertel vor elf.

Der Autor Daniel Kehlmann reduziert in «Heilig Abend» das Theater auf seine Grundsubstanz: Zwei Menschen, ein Konflikt, eine Gefahr. Und der Wettlauf gegen die Zeit: die unerbittlich voranschreitende Uhr bestimmt die Dramaturgie des Thrillers.  

Die Debatte um Edward Snowden inspirierte Daniel Kehlmann, das Dilemma von individueller Freiheit und Sicherheit für die Bühne zu bearbeiten: Spätestens seit Snowden ist die Debatte darüber allgegenwärtig, wieviel Überwachung notwendig und in welchen Formen Systemkritik berechtigt ist. Wann schlägt das eine in Staatsterror, das andere in Terrorismus um?

Termine


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Dauer: 1 h 20 min, keine Pause