Geschichte des TAK

Das heutige Theatergebäude diente schon ursprünglich dem Jünglingsverein und später auch der Jungfrauenkongregation in Schaan als Vereinshaus, um darin Theater zu spielen. Es entstand in den Jahren 1913 /1914 an prominenter Lage in der Nachbarschaft der Pfarrkirche St. Laurentius und des Pfarrhauses. Neben dem Theaterspielen war später auch das Turnen eine wichtige Vereinstätigkeit, die in diesem Haus ausgeübt wurde. Im Mehrzweckgebäude fanden öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen statt.

Im November 1918 diente es kurzzeitig als Notunterkunft für ehemalige russische Kriegsgefangene. In den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts erfüllte das Gebäude über längere Zeit die Funktion eines Notschulhauses.

1968 erwarb die Gemeinde das sanierungsbedürftige Haus und unterzog es einer umfassenden Renovation. 
Im Winter 1969/70 benannte die sich entwickelnde Kleintheaterszene das Schaaner Vereinshaus in “Theater am Kirchplatz” (TaK) um. Die Genossenschaft “Theater am Kirchplatz” wurde gegründet. Die Gemeinde liess das Vereinshaus mit Unterstützung privater Kreise zu einem Kleintheater umgestalten. 1971 legte das TaK sein erstes Jahresprogramm mit einem Abonnement auf. 1971/72 erfolgte der Umbau des Vereinshauses zum Kleintheater mit 400 Sitzplätzen. Die 2. Theatersaison startete im Oktober 1972 im neuen Theater.
Der Theaterumbau des bekannten Zürcher Architekten Ernst Gisel wurde 1972 eingeweiht. Seither entwickelte sich das Theater am Kirchplatz, kurz TaK genannt, zu einer regional beachteten Kulturinstitution.


Im Verlauf der folgenden Jahre entfaltet das TaK unter der Intendanz von Dr. Alois Büchel eine rege kulturelle Aktivität in den Bereichen Theater, Konzert und Bildende Kunst. Nebst erfolgreichen Eigenproduktionen gastieren namhafte Einzelkünstler, Ensembles, Orchester, Dirigenten von Weltruf in Liechtenstein. Die Programmvielfalt erfordert weitere Spielstätten. Der Vaduzer Saal eignet sich für Orchesterkonzerte und Operngastspiele. Mit dem TaKino erhält das Tak eine 2. eigene Kleinbühne. Das TaK entwickelt sich zur hochgelobten Kulturinstitution der weiteren Region. Einige der erfolgreichen Eigenproduktionen unter der Regie von Alois Büchel werden vom Schweizer Fernsehen aufgezeichnet und von weiteren deutschsprachigen Fernsehanstalten ausgestrahlt.

Auf Alois Büchel folgt 1992 Kurt Weiss als Intendant, der das TaK auch kurze Zeit mit einem eigenen Schauspieler-Ensemble betreibt. 1996 übernimmt Georg Rootering die künstlerische Leitung des TaK. Auf eine grössere Sanierung 1995 folgt knapp zehn Jahre später ein weiterer Um- und Erweiterungsbau des Theatergebäudes, das seit 2005 in seiner heutigen Form betrieben wird.

Von 2006 bis 2015 war Barbara Ellenberger künstlerische Geschäftsführerin des TAK. Die gebürtige Zürcherin war zuvor als Theaterpädagogin und Dramaturgin am Schauspielhaus Zürich und als Chefdramaturgin, Regisseurin und Schauspieldirektorin am Stadttheater Hildesheim tätig. 

Seit der Saison 2015/2016 ist Dr. Thomas Spieckermann Intendant. Thomas Spieckermann studierte Theaterwissenschaft, Romanistik und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Wien und dem Royal Holloway and Bedford New College in London und schloss das Studium 1993 als Master of Arts der University of London ab. 1998 wurde er mit einer Dissertation über den britischen Theaterreformer Edward Gordon Craig an der Ruhr-Universität Bochum promoviert. Engagements als Dramaturg und leitender Dramaturg führten ihn an das Stadttheater Würzburg, Theater Nordhausen, das Brandenburgische Staatstheater Cottbus, Theater Bamberg und Theater Heidelberg. Von 2009 bis 2015 war er Chefdramaturg und Stellvertretender Intendant am Theater Konstanz (Intendant Prof. Dr. Dr. Christoph Nix). Er war Jurymitglied des Heidelberger Stückemarkts, des Autorenwettbewerbs der Theater St. Gallen und Konstanz, des Förderpreises der Stadt Konstanz für junge Künstlerinnen und Künstler sowie Mitglied der Programmkommission des Internationalen Bodenseefestivals von 2009 bis 2015. Von 2009 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter des internationalen Theaterprojekts „Crossing Borders – from Lake to Lake“, einer Zusammenarbeit des Theaters Konstanz mit Nanzikambe Arts im südostafrikanischen Malawi, gefördert vom Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes und des deutschen Goethe-Instituts. 2014 realisierte er gemeinsam mit dem US-amerikanischen Autor Neil LaBute das Internationale Autorenlabor mit fünf Dramatiker/innen aus fünf Ländern – einem neuen Konzept zur Förderung junger Theaterautoren. Er hat mehrere Stücke aus dem Englischen übersetzt – z.B. das Stück „Ruined“ der Pulitzer-Preisträgerin Lynn Nottage – und verschiedene Bücher und Aufsätze publiziert.